400 Jahre Presbyterium Rheda - Jubiläumsfeier mit vielen Gästen

Erstellt am 16.01.2019

Voll besetzt war das Gemeindehaus Rheda zur Jubiläumsfeier mit Festgottesdienst und Neujahrsempfang. Pfarrer Rainer Moritz begrüßte besonders die vielen aktiven und ehemaligen Presbyteriumsmitglieder: „Das Presbyterium ist jetzt 400 Jahre alt.

Am 12. Januar 1619 wurde das Leitungsgremium der damaligen Kirchengemeinde Rheda durch Graf Adolf berufen. Genau heute, am 13. Januar vor 400 Jahren, gab es eine Versammlung auf dem Schloss, die mit einer Predigt des damaligen Hofpredigers Maat eröffnet wurde.“ Mit der gemeinsamen Leitung der Gemeinde durch Pfarrer und Nichtgeistliche habe sich das reformatorische Gemeindeverständnis durchgesetzt. „Wir feiern also die Einführung der presbyterialen Ordnung unserer Gemeinde.“, erläuterte Moritz.

In ihrer Predigt wies Pfarrerin Sarah Töws darauf hin, dass es besonders die Kirchenzucht war, die in die Zuständigkeit des Consistoriums, wie das Presbyterium damals hieß, fiel. In Anknüpfung an einen Schlager von Helene Fischer sagte sie: „Gott gibt sich in Jesus zu 100 Prozent in die menschliche Wirklichkeit hinein. Menschen können und müssen nicht 100 Prozent geben.“ Dennoch sei so mancher Ehrenamtlicher mit vollem Herzen und zu 100 Prozent dabei. Zusammen mit Pfarrerin Kerstin Pilz und Pfarrer Moritz dankte sie allen anwesenden Presbyterinnen und Presbytern mit einem Blumengruß.

Als Nachfahre des Grafen Adolf wies Maximilian Fürst zu Bentheim Tecklenburg auf die Weitsicht seines Ahnen hin: „Er war schon ein besonderer Mensch.“ Brigitte Frisch-Linnoff überbrachte als stellvertretende Bürgermeisterin die Glückwünsche der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Sie dankte der Gemeindeleitung und der Kirchengemeinde für ihr lokales Engagement: „Sie vermitteln wichtige Werte für unsere Stadt!“

Beim anschließenden Empfang gab es viele Begegnungen und so manches Wiedersehen. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden ausgetauscht, aber auch Pläne für die Zukunft der Gemeinde geschmiedet. Der CVJM-Posaunenchor sorgte musikalisch für den festlichen Rahmen.

Das Gründungsprotokoll und auch das Protokoll der ersten Presbyteriumssitzung sind noch erhalten. Festgehalten ist, welche Mitglieder vom Grafen berufen wurden. Dazu gehörten die beiden Pfarrer, zwei Diakone und auch Bernhardus Holtermann, dessen Frau 1616 die kunstvoll gestaltete Taufschale aus Messing für die Stadtkirche gestiftet hat. So manche Regelung von damals hat sich bis heute erhalten: Pfarrer und Berufene bilden das Presbyterium als geistliche Leitung der Gemeinde. Das Gremium soll monatlich zusammenkommen und „von den Kirchensachen miteinander kommunicieren und sich beratschlagen“. Jede Sitzung soll protokolliert werden und mit Gebet beginnen. Die Mitglieder und der Vorsitz wechseln in regelmäßigen Abständen. (mo)