Ostwestfalen feiern Gottesdienst im Eichsfeld

Erstellt am 29.10.2018

Dank einer Spende der Gemeindestiftung „Via Nova“ konnte die gesamte Konfi-Gruppe das Grenzlandmuseum in Teistungen besuchen.

In einer Rallye erfuhren die Konfis Geschichten aus dem Leben Jesu. Hier erzählt Pfarrer Jürgen Mackenbrock in der Rolle des Zachäus.

Ich bin versöhnt“: In einer liturgischen Feier wurden Zettel mit der persönlichen Schuld der Konfirmanden verbrannt. (Fotos: -beu)

Gesamtgemeindliche Konfirmanden-Freizeit in Duderstadt

„Bitte kommen Sie nächstes Jahr wieder. Es war so ein schöner Gottesdienst.“ Die alte Dame am Rollator strahlt. Sie hat gerade einen Gottesdienst mitgefeiert, den 170 Jugendliche und Teamer aus der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde in St. Servatius in Duderstadt gestaltet haben. Bereits zum fünften Mal waren hiesige Konfirmanden zu einer gesamtgemeindlichen Freizeit ins niedersächsische Duderstadt aufgebrochen. Zum ersten Mal wurde die Freizeit in Kooperation mit der dortigen Kirchengemeinde durchgeführt.

Die Jugendlichen aus Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz und Langenberg wurden in ihren „Ich-bin-ein-Versöhner-T-Shirts“ schnell stadtbildprägend in der Kleinstadt im Eichsfeld. So wurden die Mitarbeiter immer wieder von Einwohnern angesprochen: „Sind sie wieder zu Besuch?“ So entstand 2017 auch die Idee, in diesem Jahr enger mit der Duderstädter Pfarrerin Christina Abel zusammenzuarbeiten.

Ein Schwerpunkt der Freizeit lag auf dem Leben Jesu. So erfuhren die Konfirmanden in einer Jesus-Rallye an 15 Stationen von biblischen Gestalten wie Petrus, Maria, Pilatus oder Zachäus, welche Erlebnisse diese mit Jesus Christus gemacht hatten. Die Ergebnisse mussten die Konfirmanden dann in einem meterlangen Facebook-Profil zusammentragen. An dieser Jesus-Rallye nahmen auch die Konfirmanden aus Duderstadt teil.

Mitten im Duderstädter Obertorteich wurde zudem die Taufe Jesu im Jordan nachgespielt. Johannes der Täufer begoss nach seiner Bußpredigt Menschen, die sich von ihren Sünden reinigen lassen wollten – und auch Jesus (gespielt von Manuela Gerlach) stieg zur Taufe ins Wasser hinab. Abends wurde das Erlebte mit dem Kinofilm „Maria Magdalena“ vertieft. Die Versöhnungs-Kirchengemeinde hatte dazu ein komplettes Kino angemietet. In der Mitte der Freizeit war eine „Black-and-white-Party“ der Stimmungs-Höherpunkt der Freizeit. Stundenlang tanzten Dutzende Jugendliche ausgelassen im Europasaal des Jugendgästehauses. Eine Lichtshow sorgte für die passende Atmosphäre.   

Ein besonderer Markstein der Freizeit war der Besuch des Grenzlandmuseums an der Grenze zu Thüringen. Bis vor 28 Jahren verlief direkt hinter Duderstadt der Grenzzaun zur DDR. Dank einer Spende der Gemeindestiftung „Via Nova“ konnten die Konfirmanden durch Zeitzeugen über das ehemalige Grenzgelände und durch eine Ausstellung zur Geschichte der deutsch-deutschen Teilung geführt werden. Für viele Jugendliche ein eindrückliches Erlebnis.

Die fünftägige Freizeit endete mit einem Abendmahlsgottesdienst, den alle Jugendlichen zusammen mit der gemeindeeigenen Ten-Sing-Band gemeinsam gestalteten. Diese Feier wurde erstmalig in der

großen gotischen St.-Servatius-Kirche als sonntäglicher Gemeindegottesdienst gefeiert. „Ich bin ein Versöhn(t)er“ lautete das Motto in Anspielung an den Namen der hiesigen Kirchengemeinde. Sowohl für die ostwestfälischen Jugendlichen als auch für die niedersächsischen Gemeindeglieder ein eindrückliches Erlebnis. Und der Wunsch der alten Dame am Rollator könnte sich 2019 erfüllen: Das Jugendgästehaus in Duderstadt ist für Oktober kommenden Jahres schon wieder gebucht!  (-beu)