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Mozart und mehr - Eine gelungene Benefizgala für das neue Gemeindehaus

Erstellt am 30.09.2015
Die Musiker der Gala (von links): Gudrun Elpert-Resch, Angelika Riegel, Rainer Moritz, Hanna Schulte auf’m Erley, Amy Zhou und Chihiro Masaki.

Die Musiker der Gala (von links): Gudrun Elpert-Resch, Angelika Riegel, Rainer Moritz, Hanna Schulte auf’m Erley, Amy Zhou und Chihiro Masaki.

Dreieinhalb Stunden lang wurden die Zuhörer in dem sehr gut besuchten Gotteshaus äußerst abwechslungsreich verwöhnt. In den beiden langen Pausen, die genug Zeit zum ausgedehnten Plausch boten, gab es Gelegenheit, sich gegen eine Spende (natürlich für die „Herzenssache“) an einem üppig ausgestatteten Buffet zu bedienen. Für die drei musikalischen Hauptgänge wiederum zeichneten bekannte Namen verantwortlich. Kantorin Angelika Riegel und Pfarrer Rainer Moritz läuteten den Abend mit „Effektvollem für Orgel und Pianoforte“ ein. Kein risikofreies Unterfangen, denn die beiden großen Instrumente verlangen wegen ihres so unterschiedlichen Ansprechverhaltens bei der Klangerzeugung höchste Konzentration. „Das ist, als würde man sich mit einem Porsche und einem VW gemeinsam auf den Weg machen. Wobei, anders als bei VW, nichts getürkt ist, was aus der Orgel kommt“, witzelte Rainer Moritz zum Vergnügen der Zuhörer. So zeigte sich etwa bei Mozarts Klavierkonzert G-Dur, dass Orgel und Pianoforte durchaus eine reizvolle (und leider viel zu seltene) Verbindung eingehen können. Aber welches Konzerthaus verfügt schon über einen Flügel und eine Kirchenorgel? Gut, dass es die Stadtkirche in Rheda gibt…

Gudrun Elpert-Resch (Sopran) und Chihiro Masaki (Flügel) – ihre Namen sind im Kreis Gütersloh und darüber hinaus schon lange ein Begriff. Insofern durfte man auch von diesem Vortrag – wenn man so will der zweite Hauptgang des Abends - einiges erwarten. Und tatsächlich, weit spannte sich der musikalische Bogen von Lorenzo da Pontes „Porgi, amor“ sowie „Voi che sapete“ über Franz Heinrich Ziegenhagens Kantate „Die ihr des unermesslichen Weltalls Schöpfer ehrt“ bis zum erwartungsvollen „Sehnsucht nach dem Frühlinge“ (Christoph Adolph Overbeck) – allesamt Werke unter dem wirklich passenden Titel „Gefühlvolles für Sologesang und Klavier“, den die beiden Berufsmusikerinnen dank nuanciertem und fein ausbalanciertem Spiel und Gesang mit Inhalt zu füllen wussten. Einen zusätzlichen solistischen Glanzpunkt setzte Chihiro Masaki mit einem tiefgründigen Adagio und einem virtuos dargebotenen Allegro aus Mozarts Klaviersonaten.

 Und wie das bei Galas nicht selten der Fall ist, durften sich die Zuhörer auch hier über einen Überraschungsgast freuen. Oder besser: über zwei. Die zwölfjährige Hanna Schulte auf’m Erley (Sopran) und Amy Zhou (14) am Flügel ernteten mit ihrem ebenso entzückenden wie erstaunlich abgeklärten Vortrag von Joachim Heinrich Campes „Abendempfindung an Laura“ Beifall, wie er als Schlussapplaus dieses Abends nicht ausgiebiger hätte ausfallen können. Wahrlich, diese Überraschung klang, um frei nach Mozart zu sprechen, „angenehm in den Ohren“.

Doch bevor Pfarrerin Sarah Töws die Musikfreunde in die Nacht entließ, servierten Angelika Riegel und Pfarrer Rainer Moritz noch den dritten Hauptgang: „Klangvolles auf dem Saxophon“ – im Zusammenspiel mit der Königin der Instrumente. In Mozarts Oboenkonzert C-Dur, aber auch im Hornkonzert Nr. 4 zeigte sich, dass das „Sax“ durchaus die Rolle der eigentlich diesen Kompositionen vorbehaltenen Instrumente einnehmen kann. Das wiederum hat zweifellos seinen ganz besonderen Reiz. Passend zur fortgeschrittenen Stunde intonierte Kantorin Angelika Riegel „Eine kleine Nachtmusik“, deren Melodie selbst den „Nicht-Klassikern“ unter den Musikfreunden leicht über die Lippen geht.

Mit einem Reinerlös in Höhe von 1.000 Euro war der Abend für die Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde ein weiterer Beweis, dass das neue Gemeindehaus, dessen Pläne im Glockenturm eingesehen werden können, für viele Menschen nach wie vor eine echte Herzenssache ist.