Wegen Corona und des Lockdowns fallen zur Zeit fast alle öffentlichen Veranstaltungen aus. Dies betrifft auch unsere Gruppen und Kreise. Auf dieser Homepage informieren wir Sie über den aktuellen Stand und stattfindende Veranstaltungen. Unter "Angebote" finden Sie unsere Online-Angebote.

Pontius Pilatus sitzt im Folterkeller

Erstellt am 11.10.2015

"Da sitzt Pontius Pilatus im Folterkeller!" Was zunächst wie ein Scherz klang, entpuppte sich rasch als die Wirklichkeit. Bei einer Rallye durch das niedersächsische Duderstadt erfuhren Konfirmanden der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde jetzt mehr über die Person Jesu. 15 Konfi-Mitarbeiter waren in die Rolle von Zeitzeugen Christi geschlüpft und gaben - über die Stadt verteilt - Auskunft über ihre Erlebnisse mit Jesus. So saß der Zöllner Zachäus in einer alten Station, Josef von Arimathäa beim Berstatter und Petrus in einer Duderstädter Kirche.

Um an Informationen heranzukommen, mussten die Jugendlichen an den Stationen kleine Aufgaben lösen. So mussten sie etwa beim Hohenpriester Kaiphas die Zehn Gebote wissen, bei Lazarus sollten sich die Teilnehmer mit Papierrollen mumifizieren, bei Petrus angeln. Ein halbfertiges Jesus-Profil bei Facebook bekamen die Jugendlichen dazu verteilt. Nun mussten sie das Profil vervollständigen: Wie steht die Figur zu Jesus, welche Verbindungen weisen beide auf? "Wir legen das so an", so Pfarrer Marco Beuermann, "dass sie immer einen Jesus-Kritiker, einen Jesus-Freund und einen befragten, der neutral zu Jesus steht."

Bereits zum zweiten Mal hat die Versöhnungs-Kirchengemeinde ihre gesamtgemeindliche Konfirmanden-Freizeit in Duderstadt durchgeführt. 130 Jugendliche aus Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz und Langenberg wurden in ihren "Ich-bin-ein-Versöhner-T-Shirts" schnell stadtbildprägend in der Kleinstadt im Eichsfeld. Selbst die dortige Presse berichtete mehrmals über die Aktionen der Konfirmanden.

Fünf Tage lang beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Person Jesu und den Themen "Taufe" und "Abendmahl". Das Pfarrteam Sarah Töws, Artur Töws und Marco Beuermann sowie ein Team mit 25 Ehrenamtlichen hatten dazu ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. So erlebten die Konfirmanden am Dorfteich die nachgespielte Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. "Johannes hat schließlich auch nicht am Taufbecken sondern im Jordan gestanden", begrndet Pfarrerin Sarah Töws die Ortswahl.

Ein besonderer Höhepunkt der Freizeit war der Besuch des Grenzlandmuseums an der Grenze zu Thüringen. Bis vor 25 Jahren verlief direkt hinter Duderstadt die Grenze zur DDR. Dank einer großzügigen Spende des hiesigen Pius-Theaters konnten die Konfirmanden durch Zeitzeugen über das ehemalige Grenzgelände und durch eine Ausstellung zur Geschichte der deutsch-deutschen Teilung geführt werden. Für viele Jugendliche ein eindrückliches Erlebnis.

Die fünftägige Freizeit endete mit einem Abendmahlsgottesdienst, den alle Jugendlichen gemeinsam gestalteten. Eine Wiedenbrücker Konfirmandin empfing in diesem Gottesdienst auch das Sakrament der Taufe. "Konfirmandenfahrten sind meist das, was am längsten im Gedächtnis der Jugendlichen beibt", so Pfarrer Artur Töws. Darum ist das Jugendgästehaus in Duderstadt für 2016 auch schon wieder gebucht!  (-beu)

Foto:

Während Pontius Pilatus im Folterkeller seine Meinung über Jesus äußerte, wuschen sich die Konfis ihre Hände in Unschuld.  (Foto: Richter)