Vom Staunen über eine neue Kirche

Feierliche Schlüsselübergabe: Die Architekten Andrea Fahl und Uwe Balhorn (links) überreichten den symbolischen Kirchenschlüssel im Beisein von Superintendent Frank Schneider an Pfarrer Marco Beuermann, Baukirchmeister Ralf Manche und Pfarrer Artur Töws (v.l.).

„Wir machen keine Prozession, wir ziehen feierlich vom Gemeindehaus in die renovierte Kirche – wie einst Jesus in Jerusalem einzog. Es ist schließlich Palmsonntag“, betonte Marco Beuermann augenzwinkernd.

Marschmusik unterstrich dann den fröhlichen, festlichen Charakter auf dem Weg, der kreuz und quer durch die Wiedenbrücker Innenstadt führte. Mit diesem 45-minütigem Weg begann die Einweihungsfeier der umgestalteten und renovierten Kreuzkirche Wiedenbrück. Rund 400 Gemeindeglieder nahmen bei allerschönstem Frühlingswetter teil. „Sonne und angenehme Temperaturen habe ich schließlich schon vor eineinhalb Jahren vorbestellt“, sagte Pfarrer Marco Beuermann. Am ehemaligen Gemeindehaus in der Wichernstraße begrüßte Beuermann zusammen mit seinem Kollegen Artur Töws Geistlichen der katholischen Kirche und der syrisch-orthodoxen Gemeinde sowie Superintendent Frank Schneider die Gäste. Dort wurden die liturgischen Kirchengeräte – Kreuz, Altarbibel, Abendmahlsgeschirr – an die Mitglieder des Presbyteriums überreicht. Sie trugen sie zurück in die Kreuzkirche. Das Fürstliche Trompetencorps Rheda, die Feuerwehr und die Schützen führten die Prozession an. Die Lieder, die das Trompetencorps anstimmte, lösten hier und da Schmunzeln aus, sorgten aber für große Aufmerksamkeit bei den Menschen, die aus Cafés, Eisdielen und am Wegesrand den Zug verfolgten. Vor der Kreuzkirche angekommen, wurde es dann vor noch verschlossener Tür sehr feierlich. Architekt Uwe Balhorn und die ausführende Projektleiterin Andrea Fahl von der architektur-werk-stadt Paderborn überreichten den symbolischen Schlüssel vor dem Einzug in die Kirche an Pfarrer Beuermann. Balhorn: „Es war ein extrem enger Zeitplan, der von Anfang an gesetzt war.“ Dennoch sei es mit großer Unterstützung von Ehrenamtlichen und vor allem von Baukirchmeister Ralf Manche gelungen, diese Aufgabe zu bewältigen. So dass, wie später Ralf Manche erzählte, eine Woche früher als geplant und inklusive Außenanlage alles fertig war. 23 Firmen der Region waren am Umbau beteiligt. 100 neue Stühle konnten angeschafft werden, für mehr reichte erst einmal das Geld nicht. Den 101. Stuhl überreichte daher Balhorn an Ralf Manche. „Den haben Sie sich redlich verdient“, betonte er. „Vom Staunen“ hatte Superintendent Frank Schneider seine Predigt im Festgottesdienst zur Einweihung dieser Kirche für alle Tage überschrieben: „Heute dürfen wir staunen über eine neue Kirche. Wir stehen in den alten Mauern der Kreuzkirche und erkennen sie doch nicht wieder.“ So viel ist umgestaltet worden, bietet mehr Raum, Luft und Licht. Zum Beispiel die neuen Fenster der Südseite. Die Paderborner Künstler Jörn Neumann und Michael Lönne gestalten darin den Missionsbefehl Jesu aus dem Matthäus Evangelium 28,18-20. Einzelne Worte sind in den Fenstern lesbar: „gehet – taufet – lehret“. In den Fenstern zur Westseite ist es der Abschluss des Bibelwortes: „Ich bin bei euch – alle Tage – bis an der Welt Ende“. Bürgermeister Theo Mettenborg und ökumenische Gäste gratulierten dann zum gelungenen Umbau. Ralf Manche ließ die Umbauphase Revue passieren und Presbyteriumsvorsitzender Martin Wachter dankte allen Ehrenamtlichen sowie dem Bauausschuss für den Umbau für ihren Einsatz. Allein Ralf Manche zählte 3.000 Stunden, die eingebracht wurden. Für seinen Einsatz dankte Marco Beuermann mit einem ganz besonderen Geschenk: Seit Palmsonntag ist Manche Pate für das Wort „Baukirchmeister“ beim Verein Deutsche Sprache e.V.. - (fra)